Unser IPA-Mitglied Peter Mühlbacher berichtet von seiner Wanderung

 

Eine Wanderung in den Norden. Unter diesem Motto stand die diesjährige Wanderung. Als Startpunkt wurde Hamburg festgelegt. Zunächst an der Elbe entlang bis zur Mündung in die Nordsee, danach an der Küste Richtung Norden, hinaus auf einige Nordseeinseln, weiter bis nach Dänemark. Soweit einfach, wie man eben in 2 Wochen kommt.

Früh morgens ging es durch die Hansestadt in Richtung Hafen.  Mit dem Fährboot ging es über die Elbe nach Finkenwerder am linken Elbufer. Dorf fiel gleich der nordische Baustil der Häuser auf. Alle Gebäude sind hier aus rotem Backstein erbaut. Ob alte oder neue, große oder kleine Häuser, alle aus Backstein.  Weiter nördlich kamen dann noch die mit Reed eingedeckten Dächer hinzu.

 

Der Elbe folgend kamen wir an dem Airbus Gelände, Obstplantagen und vielen Zugbrücken vorbei. Dabei zogen immer wieder riesige Containerschiffe an uns vorbei. Zwischendurch wurden alte Festungsanlagen aus der Kaiserzeit, Landungsbrücken und Leuchttürme besucht. Die Elbe wurde zusehends immer breiter. Im Mündungsbereich konnte man das gegenüberliegende Ufer kaum erkennen. Die Dimensionen an Entfernungen im Norden werden hier besonders deutlich. Durch das flache Land sind Sichtweiten von 20 bis 30 km kein Problem. Nicht umsonst gibt es hier das Sprichwort: „Morgens kann man sehen, wer mittags zum Essen kommt“.

 

 

An der Nordsee änderte sich die Landschaft deutlich. Das Marschland ist hier allgegenwärtig. Bei Ebbe ist die Marsch mehrere hundert Meter breit und die Nordsee erst weit draußen. An Baden ist hier nicht zu denken. In einigen Orten wurden künstliche Bereiche für die Badegäste geschaffen.

Hochwasserschutz ist hier immer und überall erkennbar. Deiche mit bis zu 10 Meter Höhe sind hier normal. Hinweistafeln zeugen von schrecklichen Überschwemmungen. Die gesamte Nordseeküste ist durch Dämme geschützt, auf denen tausende Schafe weiden. Dämme so lang, dass sie im Horizont verschwinden. Zum Gehen oftmals eine Überwindung, da man nach einer Gehzeit von zwei Stunden keine Veränderung bemerkt. Zwischendurch sind die Dämme nur durch gewaltige Sperrwerke von Flüssen unterbrochen.

Die Natur ist hier oben noch ziemlich unberührt. Kaum Siedlungen, wenn, dann nur weiter im Landesinneren. Dafür gibt es Schutzzonen für unzählige Vögel.

 

 

Windräder sind hier ein großes Thema. Da es immer Wind gibt, stehen entlang der Küste hunderte Windräder. Teilweise weit draußen auf See wurden Windparks errichtet. Mir persönlich gefielen die Windräder besser, als die Atomkraftwerke, die an der Elbe stehen.

Die Wanderung führte uns durch Stade, Glückstadt, Brunsbüttel, Büsum, Sankt Peter-Ording und Husum bis auf die Insel Sylt. Von der Südspitze von Sylt gingen wir fast 32 Kilometer über Sandstrände, Dünen und Heidelandschaft in den Norden. Nun ist mir klar, warum so viele Deutsche so gerne nach Sylt fahren. Eine unglaublich schöne Insel. Mit einer Fähre ging es weiter auf die dänische Nachbarinsel Rømø. Ebenfalls sehr schön und nicht so überlaufen wie Sylt. Auch von den Preisen her ist es hier merklich günstiger. So ging es von der deutschen Geradlinigkeit und Gründlichkeit in die dänische Einfachheit. Zwei komplett unterschiedliche Länder.

 

Nach 340 Kilometer und 12 Tagen erreichten wir die dänische Hafenstadt Esbjerg, von wo wir schweren Herzens die Heimreise antreten mussten. Es war auch diesmal eine Wanderung mit vielen positiven Eindrücken, netten Menschen und einer unglaublichen Landschaft. Auf alle Fälle eine Reise wert.

Bilder/Text: Peter Mühlbacher

 

 

 

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